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Microsoft Translator auf der Website: Wann es passt und wann nicht

In diesem Artikel: wie Microsoft Translator für die Übersetzung von Websites verwendet wird, wie es sich von Google Translate unterscheidet und wann Alternativen in Betracht gezogen werden sollten.
Microsoft Translator – ein maschinelles Übersetzungssystem von Microsoft, das über Azure Cognitive Services verfügbar ist. Im Gegensatz zu Google Translate, das auf den Verbrauchermarkt ausgerichtet ist, positioniert sich Microsoft Translator als Unternehmenslösung mit einer API für Entwickler.

Wie Microsoft Translator für Websites eingesetzt wird

Microsoft Translator bietet kein direktes Widget „auf der Website hinzufügen wie Google Translate“. Die Nutzung erfolgt über die Azure API:
  • Integrierte Übersetzung über API: Der Entwickler verbindet die Microsoft Translator API, Übersetzungen werden in Echtzeit zurückgegeben. Erfordert Code-Schreiben und Konfiguration.
  • Integration in CMS: Eine Reihe von Plattformen und Plugins unterstützt Microsoft Translator als Übersetzungs-Engine. In diesem Fall wird die API über die Plugin-Konfiguration ohne direkte Programmierung verbunden.
  • Offline-Inhaltsübersetzung: Texte stapelweise übersetzen und manuell in das CMS hochladen – eine einfachere Option ohne Abhängigkeit von einer Echtzeit-API.

Übersetzungsqualität

Microsoft Translator basiert auf neuronalen Netzwerktechnologien (NMT) und liefert Ergebnisse, vergleichbar mit Google Translate in den wichtigsten europäischen Sprachen. Microsoft entwickelt über Azure spezialisierte Modelle für eine Reihe professioneller Kontexte.
Es gibt keine signifikante Überlegenheit gegenüber der Konkurrenz für allgemeine Inhalte – die Qualität hängt vom Sprachpaar und der Textart ab.

Einschränkungen für SEO

Microsoft Translator in Echtzeit (Übersetzung beim Laden der Seite) erzeugt die gleichen SEO-Probleme wie das Google Translate Widget: Der Inhalt wird clientseitig generiert, Suchmaschinen sehen die übersetzten Versionen nicht als separate, indizierbare Seiten.
Das bedeutet: Sprachversionen erscheinen nicht in der deutschen oder französischen Google-Suche. Für SEO-Aufgaben ist ein Ansatz erforderlich, bei dem übersetzte Inhalte vor dem Laden im Browser über eine separate URL zugänglich sind.

Wann Microsoft Translator eine Option sein kann

Microsoft Translator ist sinnvoll, wenn:
  • Das Unternehmen bereits im Azure-Ökosystem ist und einen einheitlichen Stack wünscht
  • Eine Stapelübersetzung von Dokumentation oder Inhalten (nicht in Echtzeit) benötigt wird
  • Eine benutzerdefinierte Anwendung mit Anforderungen an Enterprise-Support entwickelt wird
Für die Aufgabe „eine Sprachversion der Website mit SEO starten“ löst die Proxy-Übersetzung das Problem ohne Entwicklung.
28.04.2026 17:00