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Website-Geotargeting: Was es ist und warum es benötigt wird

In diesem Artikel: was Website-Geotargeting ist, welche Signale Google zur Bestimmung des Ziellandes verwendet, wie man es über die URL-Struktur, hreflang und die Search Console einrichtet und wie es auf Tilda funktioniert.
Der Kunde möchte eine deutsche Version der Website. Sie haben sie erstellt, alles ist übersetzt. Aber Google kann diese Version den falschen Leuten zeigen – oder sie überhaupt nicht in der deutschen Suche anzeigen. Genau dafür gibt es Geotargeting.

Was ist Website-Geotargeting?

Website-Geotargeting ist eine Reihe von Signalen, die Google mitteilen, auf welches Land oder welche Region eine bestimmte Seite ausgerichtet ist. Ohne explizite Signale versucht die Suchmaschine, dies selbst zu bestimmen: Sie betrachtet die Sprache des Inhalts, die IP des Servers und die Linkstruktur. Das Ergebnis ist nicht immer korrekt.
Wichtiger Hinweis: Die Sprache der Seite und das Land sind unterschiedliche Dinge. Eine englische Seite kann auf Großbritannien, die USA oder Australien ausgerichtet sein. Ohne Geotargeting wählt Google selbst aus und kann die englische Version der falschen Zielgruppe anzeigen.

Welche Signale Google berücksichtigt

Domain-Zone. Domains wie .de, .fr, .ru sind Domains für verschiedene Länder (ccTLD). Das klarste Signal für Google: Eine Website mit .de ist auf Deutschland ausgerichtet. Pluspunkt: Eindeutige Zuordnung zu einem Land. Minuspunkt: Jede Domain muss separat beworben werden, die Autorität wird nicht zwischen ihnen übertragen.
URL-Struktur. Ordner (/de/, /fr/) und Subdomains (de.site.com) auf einer normalen Domain (.com, .net) geben ebenfalls ein Signal über die Zielregion. Ordner sind aus SEO-Sicht besser: Eine Domain sammelt Autorität sofort für alle Regionen. Wie man die Struktur wählt – mehr dazu in einem separaten Artikel:
hreflang. Ein Attribut im Seitenquelltext, das Google direkt anweist: „Hier ist die Version für die deutsche Sprache in Deutschland, hier für Deutsch in Österreich, hier für Englisch in den USA.“ Ein Attribut löst gleichzeitig die Sprach- und Länderaufgabe. Dies ist das genaueste Signal von allen.
Format: hreflang="de" (Sprache) oder hreflang="de-DE" (Sprache + Land). Für die Version ohne spezifische Länderbindung: hreflang="x-default".
Google Search Console. Früher gab es in der Search Console ein spezielles Geotargeting-Tool – um ein Zielland für eine .com-Domain festzulegen. Es ist veraltet und funktioniert nicht mehr. Jetzt empfiehlt Google, sich vollständig auf hreflang und die URL-Struktur zu verlassen.

Warum hreflang wichtiger ist als alles andere

Eine länderspezifische Domain gibt ein klares Signal, zersplittert aber die Linkpopularität. Die Einstellung in der Search Console ist ungefähr. hreflang ist genauer: Man kann das deutsche Publikum nach Ländern (Deutschland, Österreich, Schweiz) aufteilen, eine Standardversion für alle anderen angeben und dies auf jeder Seite tun.
Ohne hreflang kann Folgendes passieren: Ein Nutzer aus Deutschland sucht etwas bei Google, findet Ihre Website – landet aber auf der russischen Version, obwohl es eine deutsche gibt. Einfach weil Google nicht wusste, welche angezeigt werden sollte.
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Geotargeting in der Praxis einrichten

Schritt 1: URL-Struktur auswählen. Ordner (/de/, /en/) sind in den meisten Fällen optimaler als separate Domains: eine Domain, die Autorität wird nicht aufgeteilt.
Schritt 2: Hreflang festlegen. Auf jeder Seite jeder Sprachversion sind hreflang-Attribute erforderlich. Für eine Website mit drei Sprachen und 50 Seiten sind das mindestens 150 Attribute. Und alle müssen aufeinander abgestimmt sein: Wenn eine deutsche Seite auf die englische Version verlinkt, muss die englische Seite auch zurückverlinken. Google prüft die Gegenseitigkeit.
Schritt 3: Sprachversionen zur Search Console hinzufügen. Bei einer Ordnerstruktur ist es praktisch, jedes Präfix als separate Ressource hinzuzufügen: mysite.com/de/, mysite.com/en/. So lässt sich der Traffic nach Regionen leichter verfolgen und hreflang-Fehler im Bericht „Internationale Ausrichtung“ → „Sprache“ erkennen.
Schritt 4: Fehler überprüfen. Typische Probleme: Nichtübereinstimmung von Inhaltssprache und hreflang-Attribut, fehlende Rückverweise zwischen Versionen, falsches x-default.

Geotargeting auf Tilda

Tilda fügt hreflang nicht selbstständig hinzu. Man könnte die Attribute manuell über einen HTML-Block eintragen – aber das bedeutet, sie bei jeder Änderung der Website-Struktur oder Hinzufügung einer Sprache manuell zu aktualisieren. Auf einer Website mit Dutzenden von Seiten wird dies zu einer separaten, ständigen Aufgabe.
Multify generiert hreflang automatisch für alle Seiten und Sprachversionen. Eine neue Sprache hinzugefügt – die Attribute erscheinen auf der gesamten Website. Die URL-Struktur wird dabei ebenfalls über einen Proxy erstellt: Die Ordner /de/, /en/ funktionieren ohne Änderungen in den Tilda-Einstellungen.

Häufig gestellte Fragen

Ist hreflang notwendig, wenn die Website nur in einer Sprache verfügbar ist?

Wenn die gesamte Website in einer Sprache und für ein Land ist, ist hreflang nicht zwingend erforderlich. Aber wenn es mindestens zwei Sprachversionen gibt, ist hreflang notwendig: Ohne es wählt Google selbst aus, welche Version angezeigt werden soll, und kann sich irren.

Beeinflusst Geotargeting die Positionen?

Direkt – nein. Richtiges Geotargeting verbessert die Positionen nicht, hilft aber der richtigen Version der Seite, in den richtigen regionalen Suchergebnissen zu erscheinen. Dies beeinflusst den Traffic: richtige Seite – richtige Zielgruppe – besserer CTR.

Was soll ich wählen: eine länderspezifische Domain oder hreflang?

Eine länderspezifische Domain (.de, .fr) gibt ein starkes Ländersignal, erfordert aber die unabhängige Bewerbung mehrerer Domains. Hreflang mit Ordnern ist flexibler: eine Domain, mehrere Regionen, die Autorität wird nicht aufgeteilt. Für die meisten Agenturaufgaben ist hreflang + Ordner vorzuziehen.

Wie überprüfe ich, ob alles richtig eingerichtet ist?

Google Search Console, Abschnitt „Internationale Ausrichtung“ → „Sprache“ – dort sind hreflang-Fehler sichtbar. Zusätzlich können Sie Screaming Frog oder Ahrefs Site Audit verwenden, um alle Attribute vollständig zu scannen.
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