Das Yandex.Translate-Widget sieht nach einer einfachen Lösung aus: Man fügt eine Schaltfläche hinzu, und der Benutzer übersetzt die Seite. Aber für SEO funktioniert das nicht – aus demselben Grund wie das Google Translate-Widget.
Wie das Yandex.Translate-Widget funktioniert
Das Widget wird über ein JS-Skript in die Website eingebettet. Beim Klicken auf die Übersetzungs-Schaltfläche wird die Seite im Browser des Benutzers übersetzt.
Die URL der Seite ändert sich dabei nicht oder nur der Hash. Die übersetzte Version hat keine eigene Adresse – sie existiert nur in der Sitzung eines bestimmten Browsers.
Yandex als Suchmaschine indiziert Websites über einen Crawler. Der Crawler stellt eine HTTP-Anfrage an die URL und erhält HTML. Eine JS-Übersetzung, die nur durch einen Benutzerklick ausgelöst wird, sieht der Crawler nicht. Im Index landet die Originalseite.
Worin unterscheidet sich das von einer mehrsprachigen Website?
Eine mehrsprachige Website besteht aus mehreren URLs mit unterschiedlichem Inhalt:
- mysite.ru – russische Version
- mysite.com/en/ – englische Version
- mysite.com/kz/ – kasachische Version
Jede URL wird separat indiziert. Die Suchmaschine weiß, dass diese Seiten existieren, und kann sie verschiedenen Zielgruppen anzeigen.
Ein Übersetzer-Widget erstellt keine neuen URLs. Für die Suchmaschine bleibt die Website einsprachig.
Auch Yandex sieht keine clientseitigen Übersetzungen
Es ist wichtig zu präzisieren: Nicht nur Google ignoriert JS-Übersetzungen. Yandex.Bot arbeitet ähnlich – es indiziert die HTML-Antwort des Servers, nicht das Ergebnis der JavaScript-Ausführung im Browser.
Yandex.Browser bietet Benutzern an, Seiten zu übersetzen. Dies ist eine Benutzerfunktion des Browsers – sie beeinflusst nicht, wie Yandex als Suchmaschine Inhalte indiziert.
Wann ein Widget doch Sinn macht
Ein Übersetzer-Widget ist ein Tool für den Benutzerkomfort, nicht für SEO. Wenn gelegentlich Ausländer die Website besuchen und den Inhalt verstehen müssen, kann ein Widget hilfreich sein.
Aber es ist kein Ersatz für eine mehrsprachige Website. Benutzer aus anderen Ländern werden die Website nicht über die Suche in ihrer Sprache finden – weil die übersetzte Version nicht im Index ist.
Was stattdessen verwenden
Für eine mehrsprachige Website mit SEO-Ergebnissen sind separate URLs und serverseitige Übersetzungen erforderlich. Eine Proxy-Schicht erstellt Sprachversionen mit den gewünschten URLs (/en/, /kz/), übersetzt Inhalte auf dem Server, generiert hreflang – all dies wird von Google und Yandex bei der Indexierung gesehen.
Dabei hat Yandex seine eigene Anforderung an hreflang: Neben dem Standardattribut im <head> empfiehlt es, die Sprache der Seite über das lang-Attribut des <html>-Tags anzugeben. Multify generiert beides.
